KELA-BERICHT
Bericht zur Bedrohungslage durch Cyberkriminalität in der deutschen Automobilbranche
Die deutsche Automobilbranche ist eine der führenden Branchen in Deutschland.
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Die Automobilbranche gilt als größter Wirtschaftszweig Deutschlands und erwirtschaftet einen Umsatz von über 411 Milliarden Euro. Deutschland ist der größte Automobilproduzent Europas und stellte im Jahr 2021 30 % aller Personenkraftwagen in der EU her. Automobilunternehmen, ihre Mitarbeiter und Nutzer sind häufig zur Zielscheibe von Cyberkriminellen geworden, die verschiedene Angriffe durchführen wollen. Eines der jüngsten Beispiele ist eine Kampagne zum Diebstahl von Daten, die sich gegen Kunden deutscher Unternehmen, vor allem Autohändler, richtete und bei der Phishing-E-Mails versendet wurden, um die Opfer mit Malware zum Diebstahl von Daten zu infizieren. Ein weiterer Cyberangriff, der sich im März 2022 ereignete, richtete sich gegen eine deutsche Tochtergesellschaft von Denso, einem japanischen Automobilzulieferer. Die Ransomware-Gruppe „Pandora“ gab bekannt, dass sie das Netzwerk kompromittiert habe, und veröffentlichte auf ihrem Blog Screenshots von Bestellungen, technischen Fahrzeugzeichnungen und E-Mails. Darüber hinaus behauptete die Bande, 1,4 TB an Daten aus dem Unternehmen gestohlen zu haben. Nach dem Angriff entschuldigte sich Denso für die entstandenen Unannehmlichkeiten und bestätigte, dass unrechtmäßig auf das deutsche Netzwerk zugegriffen worden sei. Da immer mehr Fahrzeuge mit dem Internet verbunden sind und zahlreiche digitale Funktionen nutzen, setzen große Automobilunternehmen ihre Fahrzeuge zusätzlichen böswilligen Aktivitäten aus und erhöhen das Risiko von Cyberangriffen. Die jüngsten Cyberangriffe, die sich gegen die Automobilindustrie in Deutschland richteten, veranlassten KELA dazu, den Grad der Gefährdung der 15 größten deutschen Automobilhersteller, Zulieferer und Händler zu untersuchen, um Aufschluss über die Cyberbedrohungen zu geben, denen sie von Januar 2021 bis April 2022 ausgesetzt waren.
Wichtigste Erkenntnisse des Berichts:
- Die Nachfrage nach Hacking-Tools und Repeatern für schlüssellose Zugangssysteme ist hoch, obwohl nur 5 % der 501 getesteten Fahrzeuge vor Diebstahl durch schlüssellose Zugangssysteme geschützt waren
- Datenbanken, Quellcode und SQL-Injection-Schwachstellen deutscher Hersteller stehen zum Verkauf, darunter 2,7 Millionen Datensätze von Audi USA und die Datenpanne bei Volkswagen, von der 3,3 Millionen Kunden betroffen waren
- Knapp 4.800 einzigartige, durchgesickerte Zugangsdaten von 15 Unternehmen, die größtenteils durch Sicherheitsverletzungen bei Drittanbietern wie RedCappi, IndiaMART und JD offengelegt wurden
- Über 5.600 kompromittierte Konten auf Botnetz-Marktplätzen, darunter Jira, interne E-Mail-Systeme sowie Citrix- und FortiClient-VPN-Portale
- Citrix erlangte Zugriff auf einen 2-Milliarden-US-Dollar-Teilehersteller, der von einer IAB verkauft wurde, und 179 Ransomware-Angriffe auf deutsche Unternehmen machten Deutschland zum Land, das in dieser Branche am zweithäufigsten ins Visier genommen wurde




